30.11.2015

Ist sportlicher Erfolg eine Bedingung für die BVB Aktie?

Es ist ein oft gehörtes Totschlagargument gegen die BVB Aktie:

Die finanzielle Gesundung wäre nur durch den sportlichen Erfolg möglich geworden. Wegen diesen Unwägbarkeiten wäre die BVB Aktie ein spekulatives Investment, eben weil alles davon abhinge, ob der Ball an den Pfosten geht oder ins Tor. Derlei Wetten würde nur nur ein Fussballfan abschliessen, aber kein seriöser Investor.

Die letzte Saison war rein sportlich teilweise der reinste Horror, das Abschneiden in der Bundesliga war weit unter den Erwartungen aller Experten. Solche schlechte Nachrichten haben bei jeder anderen börsennotierten Firma unmittelbar eine Gewinn- oder Umsatzwarnung zur Folge. Das Gegenteil ist aber bei der BVB Aktie der Fall! Borussia Dortmund hatte die Konsens-Erwartungen der Analysten, die diese zu Beginn der Saison erstellt hatten, klar geschlagen. Prognostiziert wurden 259 Mio Umsatz, in einer schlechten Saison wurden daraus 276 Mio Umsatz plus 12 Mio aus der CL Ausfallversicherung, die in diesem Umsatz nicht auftauchen. Und obwohl man in dieser Saison lediglich Euro League spielt, werden auch die Erwartungen für die laufende Saison klar geschlagen.

Der sportliche Misserfolg hatte also keine wirklich negativen Auswirkungen, im Sinne von es müsse eine Umsatzwarnung abgegeben werden. Davon war Borussia Dortmund zu jedem Zeitpunkt weit entfernt!

Zudem gelang die finanzielle Gesundung bereits zu Beginn der Amtszeit von Watzke, obwohl es da sportlich zunächst schlechter lief:

Stuttgarter Zeitung, 29.11.2015
Der schwarz-gelbe Feuerwehrmann

"Watzkes Geschäftsführung zeitigte aber schon Erfolg, als die Mannschaft unter Bert van Marweijk und später Jürgen Röber sportlich immer weiter abrutschte."

Der später eingetretene Erfolg wäre ohne diese finanzielle Gesundung kaum möglich gewesen. Jürgen Klopp galt damals als ein sehr begehrter Trainer der kaum unterschrieben hätte, wenn sich die finanzielle Situation nicht klar gebessert hätte.

"als Klopp antrat, war der Club schon wieder ziemlich gesund. Watzke hatte an vielen Schrauben gedreht und vieles richtig gemacht."

Bisher hatte ich in den Medien noch keinen Artikel gefunden, der genau dies benennt:
Zuerst kam die finanzielle Gesundung, dann der Erfolg und nicht umgekehrt! Auch Tuchel hätte kaum unterschrieben, wenn man aufgrund des sportlich krassen Misserfolgs eine Gewinn- oder Umsatzwarnung abgeben hätte müssen. Stattdessen wurden die Konsenserwartungen der Analysten geschlagen, kein Topstar musste den Verein verlassen und Tuchel fand hervorragende Bedingungen vor, weshalb einer der begehrtesten deutschen Trainer auf dem Markt bei Dortmund unterschrieben hatte.


1 Kommentar:

  1. Aus meiner Sicht taugt die letzte Saison nicht gerade als ein besonders gutes Beispiel um eine solche These zu stützen.
    Auch wenn sich die Saison zwischenzeitlich horrormäßig anfühlte, stehen als harte Fakten:

    - in der Liga Europa-League-Quali
    - in der CL als Gruppensieger in Achtelfinale
    - im Pokal das Finale erreicht

    Im Endeffekt ist das sowohl in sportlicher als auch in finanzieller Hinsicht alles andere als "Horror".

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