25.09.2015

Umsatzschätzung für 2015/16 (update 22.2.2016)

Beim heute veröffentlichten Geschäftsbericht hat Borussia Dortmund auf Seite 123 eine konkrete Prognose für den Konzernumsatz angegeben: 265 Mio

Die Prognosen von Borussia Dortmund sind aber stets sehr konservativ gehalten, folgendes stand im letztem Geschäftsbericht: "Um die Vorjahresumsätze zu übertreffen, bedarf es jedoch herausragender sportlicher Erfolge" Tatsächlich stieg der Konzernumsatz von 260,7 Mio auf 276 Mio (plus CL Ausfallversicherung, die in diesem Gesamtumsatz nicht auftaucht). Herausragende sportliche Erfolge hat es bekanntlich nicht gegeben, ganz im Gegenteil.

Die Analysten hatten zu Beginn der letzten Saison die sportlichen Erwartungen benannt, nämlich Platz 3. Dafür gab es zu Beginn der letzten Saison eine Konsensschätzung von 259 Mio, der designated Sponsor Oddo Seydler kam konkret auf nur 256,1 Mio Umsatz. Diese Erwartungen wurden haushoch geschlagen, obwohl es sportlich allenfalls durchwachsen lief.

In dieser Saison ist es wieder dasselbe. BVB Analyst GSC Research schätzt 258 Mio Umsatz, Bankhaus Lampe 265 Mio. Damit liegen die Schätzungen wieder untern denen von Borussia Dortmund.

Ich finde es sehr erstaunlich, daß die Umsatzschätzungen ganz generell immer viel zu tief angesiedelt sind. Bei den von Borussia Dortmund angegebenen Zahlen kann ich es noch halbwegs verstehen, sie wollen nicht zu optimistisch sein. Aber es sollte doch ein leichtes sein, dieses Spiel zu durchschauen?

Wenn man die Mindereinnahmen in dieser Saison den Mehreinnahmen gegenüberstellt, kommt man auch wenn man konservativ rechnet auf ein klares Umsatzwachstum in einer Saison ohne Champions League.

Folgende Einnahmen entfallen in dieser Saison:
45 Mio in der Champions League inkl. Spieltagseinnahmen und Sponsorenleistungen
eventuell 10 Mio weniger durch den DFB Pokal

Dem stehen aber folgende Mehreinnahmen gegenüber:
+ 16,2 Mio aus TV Auslandsvermarktung und TV Bundesligaeinnahmen
+ 30 Mio in der Euro League bei Achtelfinal Teilnahme

Bei Platz 2 oder 3 in der Bundesliga rechne ich mit mindestens 10 Mio Mehreinnahmen durch die Sponsoren, so wurde es auch auf der letzten  Jahreshauptversammlung formuliert.

Weitere Minder- oder Mehreinnahmen: Wegfall des Supercups, dafür Spiele in Asien, Mehreinnahmen durch die Übernahme des Caterings, bzw. Merchandising Mehreinnahmen, sowie deutlich höhere Transfereinnahmen.

In einer Mischkalkulation schätzte ich den Gesamtumsatz in der laufenden Saison am 17.12.2015 auf mindestens 310 Mio (vor der Saison schätzte ich 280 Mio). Als Bedingung dafür nannte ich mindestens Platz 2 in der Bundesliga. Diese Schätzung passe ich nun an, da ich Platz 2 als gesichert annehme, schätze ich nun 320 Mio Umsatz unter der Bedingung, daß BVB in der EL nicht im 16-tel Finale ausscheidet und danach entweder das EL Viertelfinale oder das DFB Pokalfinale erreicht, also nur in einem KO Wettbewerb vorzeitig ausscheidet.

Folgendes schätzten die BVB Analysten: Vor der Saison lag die Konsensschätzung bei knapp 265 Mio, diese wurde im Laufe der Saison teilweise angepasst, die Konsensschätzung liegt mittlerweile bei 272 Mio. Eine dramatische Fehleinschätzung.


Kommentare:

  1. Ich finde es generell schon mal gut, dass der BVB jetzt mal eine konkrete Umsatzprognose abgibt, auch wenn diese vermutlich viel zu tief angesiedelt ist und ich auch der Meinung bin, dass der BVB noch kurz hätte erwähnen, von welchen sportlichen Annahmen sie für diese Prognose ausgehen.
    Vielleicht bewegt sich ja jetzt mal etwas beim BVB in Richtung Aktionärsfreundlichkeit.

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  2. Wenn ich es richtig überblicke, ist es das erste Mal, daß eine konkrete Zahl genannt wurde.

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  3. Bedingt durch die Toptransfers Hummels & Gündogan wird der Umsatz vermutlich bei 380 Mio ein neues Rekordniveau erreichen, die Erwartungen der Analysten werden, genau wie in den Vorjahren deutlich geschlagen und zwar Ex-Transfers (!!!). Inklusive Transfers werden diese Erwartungen haushoch geschlagen.
    Beim Gewinn rechne ich mindestens mit einer Verfünffachung. Und allen, die jetzt wieder argumentieren, es wäre nur wegen des Kadereffektes: Die Sonderabschreibung für Immobile ist auch ein Kadereffekt, ohne diese Sonderabschreibung hätte man sogar ein noch besseres Ergebnis.
    Wer zudem ernsthaft Ex-Transfers berechnet, müsste die stillen Reserven für die faire Bewertung mit berücksichtigen, sonst macht es keinen Sinn.
    Die faire Bewertung wurde in der letzten Analyse von BVB Analyst Oddo Seydler auf 7,50 angehoben. Ich kann dem folgen.

    Denn allein der Buchwert je Aktie liegt mittlerweile bei 3,25 In diesem Buchwert ist aber nur ein Kaderwert von 72 Mio berücksichtigt. Bei Berücksichtigung aller Substanzwerte kommt am also auf einen fairen Wert von über 6 Euro, allerdings ist da nichts von dem gewaltigen Zukunftspotential enthalten.
    Der Buchwert und die Kaderwerte werden weiter steigen müssen, das lässt sich kaum vermeiden und da müsste man auch einpreisen.

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