25.05.2015

Die 9-Monatszahlen

Der nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) ermittelte Konzernfehlbetrag im dritten Quartal beträgt in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres EUR -4,7 Mio. (Vorjahreszeitraum EUR 8,4 Mio.).

Borussia Dortmund hält dennoch die Prognose für ein positives einstelliges Jahresergebnis aufrecht. Inklusive Transfereinnahmen erwarte ich nach wie vor mindestens 15 Mio Gewinn (viel hängt von einem Gündogan Transfer ab).

In den ersten 9 Monaten hat die vollständige Kreditablösung in Höhe von 4,3 Mio das Ergebnis einmalig belastet. Viel entscheidender ist aber, daß in den ersten 9 Monaten gegenüber dem Vorjahr zwei Bundesliga Heimspiele und ein Pokal Viertelfinale weniger stattfanden, diese drei Heimspiele finden nun alle im 4. Quartal statt.

Im letztem Geschäftsjahr waren zudem die Entwicklung der Personalkosten sehr auffällig:

Q1: +26%
Q2: +12%
Q3: +13%
Summe Q1-Q3: +16%

Q4: -24% !!! Jahr: +1%

Das könnte sich im laufenden Geschäftsjahr ähnlich entwickeln. Ich gehe davon aus, daß die sehr günstige Personalkostenquote auch in diesem Jahr aufrecht erhalten bleibt.

Personalkosten

Interessant sind auch die Aussagen von Watzke in einem BILD Zeitungsinterview : "Es ist unser Ziel, in den nächsten Jahren immer ein zweistelliges operatives Ergebnis auszuweisen!"
Letztlich wird die Schuldenfreiheit dabei helfen. Watzke: "Allein mit dieser Maßnahme werden pro Saison etwa fünf bis sechs Millionen Euro frei, die nicht mehr für Zinsen und Tilgung ausgegeben werden müssen."

Borussia Dortmund ist schuldenfrei

Bezeichnend ist auch der Vergleich mit Branchenführer Bayern München, deren durchschnittliche Gewinne fallen nicht höher aus:

Gewinne  und Umsätze von Bayern München, Zahlen wurden von Wikipedia übernommen:

2007/2008 Umsatz 286,8 Mio € Gewinn 2,1 Mio €
2008/2009 Umsatz 268,7 Mio € Gewinn 2,5 Mio €
2009/2010 Umsatz 312,0 Mio € Gewinn 2,9 Mio €
2010/2011 Umsatz 290,9 Mio € Gewinn 1,3 Mio €

Mittlerweile sind die Gewinne bei Bayern München höher:

2011/2012 Umsatz 332,2 Mio € Gewinn 11,1 Mio €
2012/2013 Umsatz 393,9 Mio € Gewinn 14,0 Mio €
2013/2014 Umsatz 528,0 Mio € (incl. Arena) Gewinn 16,4 Mio €

Bayern München wird in der neuen Forbes Liste mit 2,14 Milliarden € bewertet, Borussia Dortmund mit 617 Mio €. Die Diskrepanz zur Börsenkapitalisierung (derzeit 340 Mio € bei einem Aktienkurs von 3,70) ist sehr auffällig und steht im offenkundigen Gegensatz zu anderen börsennotierten Fussballaktien.



Kommentare:

  1. In­te­r­es­sent26.06.15, 13:23

    Existiert diese Diskrepanz im Vergleichen zu anderen börsennotierten Fußballaktien wirklich? Ich denke nicht. Der BVB ist mit den Top Clubs nicht zu vergleichen, ich höre hier als Vergleich immer Bayern, ManUtd etc. Der BVB ist im Vergleich zu diesen Clubs ein kleiner Fisch.

    Nimmt man als Referenz Verein wie Juve, OM, Lissabon, AS Rom, Porto, Ajax und Co wird schnell ersichtlich, dass der Börsenwert oftmals nahe des Kaderwerts liegt.

    Ohne sportliche Höhenflüge wird sich die BVB Aktie wohl auch in Zukunft an dem Kaderwert orientieren. Ein Kursziel von 5-6€ halt ich für die nächsten Jahre völlig unrealistisch, auch wenn die zahlen diesen rechtfertigen würden. Es handelt sich um einen Fußballaktie, um den kleinen BVB(Vergleich Bayern, ManUtd), der, so der Anschein, teilweise noch noch nicht im Geschäft der großen angekommen ist. Zu viel Tradition, echte liebe haben Einfluss auf das operative Geschäft.

    Mir fehlt die Person, die zu 100% die Interessen der AG vertritt, besondern in Bezug auf Spielertransfers, dort wird für meinen Geschmack viel zu Rücksichtsvoll gehandelt. Profisport ist ein Geschäft, die Spieler die Ware.

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  2. Kursziel 5 Euro wird jahrelang nicht erreicht?
    Hm, im Juli 2014 stand der Aktienkurs aber bereits bei 5 Euro. Die Investoren sehen das anders als Sie, die Analysten sehen das anders und letztlich auch der Markt.

    Mal ganz abgesehen davon werden sämtliche Kaderwerte aller Fussballvereine sehr schnell und deutlich steigen, wie zuletzt der Firmino 41 Mio Transfer vom Tabellenachten überdeutlich zeigt. Die krass steigenden TV Einnahmen der Premier League lassen gar keinen anderen Schluss zu. Auch der neue deutsche TV Vertrag wird dazu beitragen, ich erwarte hier ca. 40-60% höhere Einnahmen für Dortmund, insbesondere weil man wohl die TV Gelder Verteilung anders regeln wird.
    Bei den Referenz Vereinen die Sie nennen, hätte ich gerne auch die Schuldenbilanz, die Nettocash Position, Stadionbesitz Ja/Nein, Renditefähigkeit der letzten 3 Jahre, Dividendenrendite mit einberechnet.
    Die Forbes Liste reflektiert im übrigen die vorletzte Saison, die Situation hat sich seither entscheidend verbessert. In einer Horrorsaison macht der BVB 30 Mio mehr Umsatz als die Konsenserwartung der Analysten, in der nächsten Saison liegt der erwartete Umsatz ziemlich exakt da, was die Analysten geschätzt hatten, allerdings mit Champions League und nicht Euro League.

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