27.10.2014

Borussia Dortmund in der Krise, was bedeutet das für die Aktie?

Borussia Dortmund wird in der nächsten Saison möglicherweise nicht in der Champions League spielen, eventuell auch nicht in der Euro League. In diesem Fall hätte man vermutlich ca. 230-240 Mio Umsatz, also ein Rückgang um höchstens ca. 40-50 Mio, da man in dieser Saison wohl ca. 280 Millionen Umsatz haben wird.

Man würde in einigen Kernbereichen dennoch deutlich zulegen, z.B. bei der TV Auslandsvermarktung, wo sich die Einnahmen aus dem Leistungstopf glatt verdoppeln. Auch bei den TV Bundesliga Einnahmen sind Steigerungen zu erwarten.

Die Börsenkapitalisierung ist aufgrund der sehr schlechten Bundesliga Ergebnisse bereits deutlich zurückgegangen, da ist bereits einiges Unheil „eingepreist". Bei einem Aktienkurs von 5 Euro hätte man eine Börsenkapitalisierung von 460 Millionen, das entspräche noch nicht mal dem zweifachen Umsatz bei Nicht Qualifikation zur Champions League, damit wäre die BVB Aktie sehr, sehr günstig. Bei einem Aktienkurs von knapp 4 Euro hätte man eine um 100 Millionen günstigere Börsenkapitalisierung, damit wäre die BVB Aktie selbst im Worst Case dramatisch unterbewertet.

Die Analysten von Hauch & Aufhäuser sehen die faire Bewertung bei einem Aktienkurs von 8 Euro, das entspräche einer Börsenkapitalisierung von 736 Millionen Euro, bzw. ca. dem dreifachen Umsatz. Bei Nicht Qualifikation zur Champions League könnte man den fairen Wert um 100 Mio herabsetzen, eventuell auch mehr, aber keineswegs um 400 Mio oder ähnliches.

Zum Vergleich, der HSV, bzw. VFB Stuttgart werden laut Gutachten mit ca. 300 Mio bewertet, beide werden nicht Champions League spielen, beide haben noch nicht mal einen halb so hohen Umsatz wie Borussia Dortmund. Von jährlichen Gewinnen ganz zu schweigen. Wenn der Kaderwert von Borussia Dortmund um 260 Mio zurückginge, hätte man einen ähnlich hohen Kaderwert wie der HSV, dies ist aber sehr unwahrscheinlich. Durch die Kapitalerhöhung bekam Borussia Dortmund 140 Millionen in die Kriegskasse, von derartigen Summen ist der HSV weit entfernt, auch bei den Sponsoren Einnahmen liegt Borussia Dortmund weit vorn.

Ohne Transfers wird Borussia Dortmund im laufenden Geschäftsjahr einen zweistelligen Millionen Gewinn machen, dieser würde im Fall eines Reus’ Transfers zu einem neuen Rekordgewinn anwachsen. Die Gewinnprognose wird sich aufgrund der Bundesliga Niederlagen zunächst sogar leicht verbessern, da man weniger Erfolgsprämien zahlen muss, an der Einahme Situation würde sich erst im nächsten Jahr etwas ändern.

Demnächst kommen die Quartalszahlen, diese werden vermutlich sehr gut ausfallen, auch die Dividende in Höhe von 10 Cent wird sehr wahrscheinlich von den Aktionären genehmigt.

Im letzten Jahr hatte die BVB Aktie nach einer 0:3 Heimniederlage gegen Bayern München einen Tiefpunkt bei 3,41 danach stieg die Aktie, obwohl es weitere sehr wichtige Niederlagen in der Bundesliga gab und obwohl die BVB Aktie EX Dividende gehandelt wurde. Kurstreibend wirkten sich die Aussagen von Watzke auf der Jahreshauptversammlung aus, der Aktienkurs stieg in zwei Tagen von 3,41 auf 3,65 inklusive Dividende 3,75, also ein Kursaufschwung von ca. 10%




Kommentare:

  1. Die Einnahmen gehen herunter, wenn man nicht international spielt, aber man zahlt auch weniger Prämien, hat also weniger Ausgaben. Gibt es Zahlen dazu, um wieviel die Ausgaben sinken würden?
    Die genannten 40-50 Millionen weniger Umsatz bedeuten ja nicht 40-50 MIllionen weniger Gewinn. Wie sieht die verringerte Gewinnerwartung aus, wenn man nur EuroLeague bzw. nicht international spielt?
    Gerne auch umgerechnet pro Aktie, um zu verdeutlichen, wie übertrieben der Kusverlust ist.

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    1. Ich denke mal diese Fragen werden bei der Hauptversammlung beantwortet. Als sich der Markt letztes Jahr große Sorgen um ein Überwintern in der Champions League machte, hat Watzke für große Erleichterung mit der Aussage gesorgt, daß man in der Euro League lediglich 4-5 Millionen weniger Gewinn hätte:

      http://bvbaktie.blogspot.de/2013/11/jahreshauptversammlung-der-aktionare-am.html

      Die Aktie stieg in Folge dieser und weiterer Aussagen von 3,41 bis auf 3,652 einen Tag später, dies unmittelbar nach einer 0:3 Heimniederlage gegen Bayern München und Ex - Dividende, also inklusive Dividende 3,752

      Bei der jetzigen Kalkulation der Personalkosten hat man mit 70 Punkten in der Bundesliga kalkuliert, die Personalkosten könnten also sogar sinken, obwohl der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr definitiv steigen wird.

      Aber keine Frage, eine Nicht Qualifikation zur Champions League ist negativ, das muss man sich nicht schön rechnen. Der entscheidene Punkt ist letztlich, daß die Aktie dramatisch unterbewertet ist und die Börsenkapitalisierung dennoch bereits in der Spitze um über 100 Millionen zurückgegangen ist, da kann man also durchaus von "alles negative bereits eingepreist" sprechen.

      Die Analysten von Hauck & Aufhäuser nennen ein Kursziel von 7 Euro, bzw. eine faire Bewertung bei 8 Euro, das könnten sie nach unten revidieren aber kaum um mehre hundert Millionen, sondern eher um ca. 100 Millioen Börsenkapitalisierung, also faire Bewertung bei 7 Euro, Kursziel 6 Euro, o.ä.

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