26.02.2013

Halbjahresbericht



Eine kurze Zusammenfassung des Halbjahresberichts vom User echec aus dem Wallstreet Online Forum:

Konzernergebnisrechnung

Insgesamt lag der Konzernüberschuss im 2. Quartal bei rund 11,7 Mio. EUR bzw. 19 Cent je Aktie. Erfreulich ist vor allem die Umsatzentwicklung mit deutlichen Steigerungen gegenüber dem Vorjahresquartal in allen Bereichen:

Spielbetrieb +10%
Werbung +29%
TV-Vermarktung +22%
Merchandising +32%
Umsatz gesamt +24%

Die Einnahmen aus dem Kartenverkauf brachten aufgrund von 5 Bundesliga- und 2 CL-Heimspielen das erwartete Ergebnis. Im 2. Halbjahr sind es insgesamt 9 BL- und mindestens 1 CL-Heimspiel.

Bei der TV-Vermarktung ist zu berücksichtigen, dass erst 31,273 Mio. EUR für die Champions-League verbucht wurden. Dies dürfte gerade mal den Festbetrag (8,6 Mio. EUR), die Punktprämien (5 Mio. EUR) sowie den fixen Pools ( 45% aus 39 Mio = 17,6 Mio. EUR) betreffen. Die Einnahmen für das Achtelfinale und der variable Pool, welche auf jeden Fall deutlich >10 Mio. EUR betragen werden, kommen im 2. Halbjahr noch dazu. Im 2. Halbjahr des Vorjahres hat der BVB aus der TV-Vermarktung der CL übrigens nur noch 1,565 Mio. EUR erhalten.

Die höchsten Steigerungsraten gab es bei Werbung und Merchandising. Hier führen die sportlichen Erfolge sowie die gestiegene Popularität des BVB zu immer höheren Einnahmen.

Bei den Ausgaben ist die Personalkostensteigerung mit 35% gegenüber dem Vorjahr echt heftig und hat ein Rekordergebnis leider verhindert. Hier stellt sich die Frage, wie hoch der Prämienanteil für die Erfolge in der CL ist. Im nächsten Quartalsbericht wird sich zeigen, wohin die Reise geht. Neben höheren Spielergehältern verursacht auch die gestiegene Mitarbeiterzahl (527 gegenüber 448 im Vorjahr) entsprechende Mehrkosten
Die übrigen Ausgabeposten lagen im Rahmen der Erwartungen.


Konzernbilanz
Der Wert des Spielerkaders ist durch die Sommertransfers inzwischen auf den immer noch extrem niedrigen Betrag von 38,5 Mio. EUR gestiegen, die Bilanzsumme beläuft sich jetzt auf 272,8 Mio. EUR.

Die Vermögenswerte haben sich im 1. Halbjahr um 24 Mio. EUR erhöht. Ursächlich hierfür ist neben dem Spielerkader der deutlich gestiegene Cashbestand.

Die langfristigen Schulden sind mit 92,8 Mio. EUR nahezu unverändert, die kurzfristigen Schulden haben sich um knapp 15 Mio. EUR erhöht und liegen jetzt bei 76,6 Mio. EUR. Die Finanzverbindlichkeiten belaufen sich immer noch auf 74,7 Mio. EUR. Das Working Capital (Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten) ist unverändert negativ.

Das Eigenkapital konnte mit 103,3 Mio. EUR weiter gestärkt werden, die Quote hat sich inzwischen auf den Höchstwert von 37,9% erhöht!


Kapitalflussrechnung
Im 1. Halbjahr hat das gute Ergebnis zu einem CF aus betrieblicher Tätigkeit von 15,683 Mio. EUR geführt.

Beim CF aus Investitionen mussten im 2. Quartal nochmals rund 10 Mio. EUR aus den „Sommereinkäufen“ gezahlt werden – vermutlich die letzte größere Rate. Deshalb errechnet sich für das Halbjahr ein Minus von 5,152 Mio. EUR.

Der CF aus Finanzierungstätigkeit lag durch eine Darlehensaufnahme in Höhe von 8,55 Mio. EUR bei 1,155 Mio. EUR. Leider wird nicht näher aufgeführt, um was für ein Darlehen es sich handelt, laut Bilanz dürfte es ein kurzfristiges sein. Vielleicht sind die CL-Gelder erst spät ausgezahlt worden!? Ist aber reine Spekulation. Ansonsten ist erstmalig auch die Dividendenausschüttung enthalten.

Der Cashbestand konnte insgesamt um 11,7 auf rund 17 Mio. EUR gesteigert werden, ist aber angesichts der kurzfristigen Schulden immer noch nicht üppig.


Fazit
Der überaus erfreulichen Umsatzentwicklung in allen Bereichen stehen deutlich gestiegene Personalaufwendungen gegenüber, die den Gewinn schmälern. Dies beeinträchtigt den guten Gesamteindruck. Positiv ist die Stärkung der Eigenkapitalquote sowie der starke Cash Flow.

Der Ausblick für das kommende Halbjahr ist angesichts bereits feststehender CL-Einnahmen >10 Mio EUR sowie dem Transfererlös für Perisic positiv. Sollte der BVB das Viertelfinale oder mehr in der CL erreichen und zusätzlich einen hohen Transfererlös für Lewandowski erzielen, würde dies mit weitem Abstand das beste Jahresergebnis in der Geschichte des Vereins bedeuten. Es kann sich jeder selbst ausrechnen, was dies für den Kurs bedeuten würde!

1 Kommentar:

  1. Kleine Anmerkung zu den Personalkosten:

    Erst im Jahresabschluß werden die Personalkosten genauer aufgeschlüsselt. Zuletzt nahmen die Kaderkosten ca. 87% der Personalkosten ein. An der Quote könnte sich etwas ändern, da der BVB einige Mitarbeiter neu eingestellt hat (aber nicht wesentlich).
    Es wäre fatal die derzeitigen Personalkosten auf das Gesamtjahr hochzurechnen!

    Im ersten Quartal war der Personalaufwand deutlich höher als im Vorjahresquartal, weil hier fast überhaupt nicht gespielt wurde, also die erhöhten Sockelbeträge ohne Prämien sichtbar wurden.

    Im zweiten Quartal war der Personaletat deutlich höher, weil man in der Champions League einen unfaßbaren Erfolg hatte. Von sechs Spielen vier gewonnen, kein einziges verloren. Ich glaube noch nie hat sich ein deutscher Meister in der Gruppenphase besser präsentiert. Demgegenüber stand das Vorjahresquartal, wo man in der Champions League so schlecht wie noch nie gespielt hat, nur 4 Punkte.

    Ich denke mal, jeder einzelne Punkt wird goutiert und noch mal extra das Erreichen des Achtelfinales. Man hätte theoretisch ja auch mit nur 9 Punkten das Achtelfinale erreichen können. In der Bundesliga war man in etwa gleich gut/schlecht.

    Im laufenden 3. Quartal wird sich erst mal zeigen müssen, daß der BVB das Halbfinale im Pokal erreicht. Dafür gibt es eine fette Prämie. Danach wird sich zeigen müssen, daß man das Finale erreicht und schließlich, daß man den Titel holt. Für alles gibt es eine Prämie, für Titel wohl am meisten. Auch in der Bundesliga: Der Meistertitel war mit 81 Punkten wohl der teuerste aller Zeiten. Nun wird man hier keinen Titel holen und vermutlich auch deutlich weniger Punkte, 81 Punkte sind schon jetzt vollkommen ausgeschlossen.

    In der Champions League müßte man demgegenüber alles gewinnen, dann könnte der Personalaufwand tatsächlich im gleichen Maße ansteigen. Damit hätte ich auch überhaupt keine Probleme. Auch nicht mit einem Double CL/Pokal, hihi

    Nur wenn wir jetzt gegen die Bayern ausscheiden und möglicherweise im Viertelfinale der Champions League, werden sich die Personalaufwendung keineswegs so hochrechnen lassen können, wie es der Halbjahresbericht vermuten läßt.

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