26.02.2013

Das Handelsblatt

Obwohl sich der Aktienkurs mit Tiefstständen bei 0,80 bis auf zuletzt 3,20 glatt vervierfacht hat, sind die Kommentare überwiegend negativ. Zuletzt hat sich das etwas gebessert, aber von irgendeiner Euphorie ist nichts zu spüren. Das ist einigermaßen erstaunlich, die Aktie ist nicht nur sehr gut gelaufen, es wird mittlerweile auch eine Dividende gezahlt und die Bewertung ist weiterhin außerordentlich attraktiv.

Handelsblatt, 10.4.2012
Schwarz-gelbe Traumbilanz in Gefahr
Es wurde von völlig falschen Annahmen ausgegangen, z.B. daß der Hauptsponsor Evonik 7,5 Milliarden zahlt. Könnte man sagen Flüchtigkeitsfehler, Milliarden, Billiarden, oder nur Millionen, passiert jedem Mal. Tatsächlich sind es aber nicht 7,5 Millionen, sondern 10,5 Millionen. Die Gelder von Puma wurden nicht erwähnt. Immerhin haben sie das aufgrund der Kommentare mittlerweile korrigiert, Evonik 10 Millionen, auch Puma wird erwähnt. Aber dadurch verliert die Grundaussage, nämlich daß die schwarz-gelbe Traumbilanz in Gefahr ist, ihr Fundament.
Bei den kolportierten Gehältern orientieren sie sich anscheinend an der BILD Zeitung, explizit das Gehalt von Götze wurde aber vom BVB dementiert. Es gäbe viel glaubwürdigere Quellen, zum Beispiel die Süddeutsche, deren Journalist Freddie Röckenhaus sehr nah an Borussia Dortmund dran ist.

Des weiteren äußerte sich das Handelsblatt zu den gestiegenen Marktwerten der Spieler: "Nach Angaben des Sportportals transfermarkt.de sind die Angestellten zusammengerecht 190 Millionen Euro wert. Allerdings nur in der Theorie. Schließlich hat der Verein gar nicht vor, seine besten Leute zu verscherbeln." Tatsächlich wurden Kagawa und Barrios für 24 Millionen verkauft. Deren Einkaufswert lag insgesamt bei 4,5 Millionen.
"Ganz und gar nicht theoretisch, sondern sehr handfest sind dagegen die hohen Gehaltskosten. Das teure Personal ist einer der Gründe für die schwache Entwicklung der Borussia. Schließlich wollen Investoren vor allem Gewinne sehen – die werden aber größtenteils wieder aufgefressen."



Tja, der BVB hat seinen Gewinn vervielfacht, mehr kann man sich nicht irren. Sehr interessant sind auch die zahlreichen Kommentare bei diesem Artikel. Da haben sich einige vollkommen zu Recht sehr aufgeregt. 

Handelsblatt, 25.2.2013

Dieser Artikel liest sich schon wesentlich besser, man beruft sich nicht mehr auf die BILD Zeitung oder auf falsche Analysen, sondern hat vorher Finanzvorstand Treß interviewt, also selbst recherchiert. Immerhin.

Trotzdem ist der Titel (ursprünglicher Titel: "Erfolgsgeschichte ohne Auszahlung") einigermaßen bizarr. Die Erfolge haben für steigende Kurse gesorgt, dazu gibt es erstmals eine Dividende, was will man denn mehr?
"Doch von diesem Märchen können nur Aktionäre profitieren, die in den letzten Jahren eingestiegen sind."

Das klingt wie Realsatire. Das Handelsblatt möchte, daß man davon profitiert, ohne daß man die Aktie kauft?

Interessanter ist da schon das Interview mit Treß:

Handelsblatt, 25.2.2013

Der Titel ist stimmig. Keiner erwartet vom BVB eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde Euro, stünde der Aktienkurs bei 4 Euro, hätte man eine Marktkapitalisierung von unter 250 Millionen Euro, das klingt nicht vermessen.

Sehr aufschlussreich sind die Aussagen von Treß:

"Der sportliche und wirtschaftliche Erfolg ist im Aktienkurs noch nicht vollständig reflektiert."

Zwar hat sich der Aktienkurs zuletzt sehr gut entwickelt, dennoch ist die Aktie bei einem KGV von 6,xx und einem anvisierten Rekordjahresumsatz von 250 Millionen Euro keineswegs überbewertet. 

"Der Ausgabekurs lag ... bei durchschnittlich 4,98 Euro"

"Wir sehen leider, dass viele Leute die Vergangenheit, die Borussia Dortmund hat, noch weiter präsent haben und die Veränderungen in der Führung nicht goutieren ... Wir arbeiten daran, dass sich unsere Arbeit auch am Kapitalmarkt angemessen in der Bewertung unserer Aktie niederschlägt. Wir haben sicher Potential für einen weiteren Kursanstieg."

Klingt gut. Er versucht nicht, durch übertriebene positive Äußerungen Leute in die Aktie zu treiben, sondern reflektiert, warum der Aktienkurs eine so niedrige Bewertung aufweist.

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