29.08.2018

Kapitalerhöhung?

Bei der Frage nach einem Verbleib im S-Dax sind sich Watzke und Treß erstaunlich sicher. Ich bin mir nach diesen Aussagen auch ziemlich sicher, daß der Verbleib am wahrscheinlichsten ist. Der Kursverlauf spricht Bände, auch die hohen Umsätze, die ein wichtiges Kriterium für den Verbleib sind. Es ist für mich nicht unwahrscheinlich, daß sie schon wussten, wer da den Aktienkurs stützen könnte.

Bei der letzten Kapitalerhöhung im Sommer 2014 ging es in den Sommermonaten ohne ein einziges Pflichtspiel 36% hoch, inst. Anleger sind eingestiegen. Dann kam die Kapitalerhöhung mit einem Bewertungsabschlag zum durchschnittlichen Aktienkurs und danach sind die inst. Anleger in Scharen wieder ausgestiegen, was letztlich eine 40% Konsolidierung brachte, natürlich vornehmlich bedingt durch die damaligen sportl. Turbulenzen.

Und jetzt????

Wenn am 5.9. von der Deutschen Börse festgestellt wird, ob die BVB Aktie im S-Dax verbleibt, dann ist so etwas auch nur eine Nachricht mit begrenzter Haltbarkeit. Denn auch danach wird es Überprüfungen geben und Aktien werden den Index verlassen müssen. Die BVB Aktie dürfte also nach der HV auf keinen Fall in den Konsolidierungsmodus schalten, wenn man irgendwann aus der CL ausscheidet, dürfte es nicht das übliche Kursverhalten geben. Aber wie sollte man das verhindern?

Folgendes steht bei goal.com:

"Das könnte wohl nur eine Kapitalerhöhung oder ein stark steigender Aktienkurs verhindern. "Ich wette um eine gute Flasche Wein, dass wir drinbleiben", zeigte sich der 59-Jährige zuversichtlich."

http://www.goal.com/de/meldungen/bvb-boss-watzke-entlassung-von-tuchel-war-total/tofuxqnlvy21scj93gumkgv6

Vielleicht kommt doch noch ein neuer Puma Vertrag und Puma übernimmt weitere Anteile, wir wissen es nicht. Zwar würde die Verwässerung schlecht sein für den unmittelbaren Aktienkurs, für die Börsenkapitalisierung wäre es aber definitiv eher förderlich.

Am Ende der Saison 13/14 stand der Aktienkurs bei 3,80. Das machte bei 61 Mio Aktien eine Börsenkapitalisierung von schlappen 232 Millionen. Dann kam der Einstieg diverser inst. Anleger, stark steigende Aktienkurse und eine Kapitalerhöhung bei 4,66.

Beim sportl. Desaster und einem Überwintern auf einem Abstiegsplatz stand die BVB Aktie wieder bei 3,80. Allerdings bei 92 Mio Aktien, macht eine Börsenkapitalisierung von 350 Mio. Selbst beim absoluten Tiefpunkt im Sommer 2015 bei einem Aktienkurs von 3,115 lag die Börsenkapitalisierung mit 287 Mio höher als vor der Kapitalerhöhung.

Jetzt würde es zwar keine 50% Kapitalerhöhung geben, so etwas wäre gar nicht genehmigt, der BVB würde aber auch kaum jemals auf einem Abstiegsplatz überwintern. Eine Kapitalerhöhung könnte also einen langfristigen Verbleib im S-Dax ermöglichen, weil die Börsenkapitalisierung ziemlich sicher steigen würde.



30.11.2017

Mitglieder- und Aktionärsversammlung am 26. + 27.11.2017

Die wichtigsten Zahlen und Fakten der Mitgliederversammlung:

- Verein hat z.Z. 153.787 Mitglieder (beim ersten Börsengang im Jahr 2000 waren es noch 11.000 Mitglieder)
- Umsatz stieg um 500.000 auf 9,06 Mio €, der Überschuss betrug 1,946 Mio (Vorjahr 1,606 Mio), liquiden Mittel summieren sich auf über sieben Mio
- Verein wollte Stadion Rote Erde von der Stadt kaufen, klappte aber nicht wegen der Leichtathleten. Wahrscheinlich wird man langfristig ein neues Stadion für die Amateure kaufen oder bauen.

Bei der Aktionärsversammlung einen Tag später wies Watzke erneut auf die deutliche Unterbewertung hin, die Börsenkapitalisierung von gut 550 Mio würde nicht ausreichen, Borussia Dortmund wäre mindestens eine Milliarde wert. Er wies insbesondere auf die stillen Reserven in Form eines werthaltigen Kaders hin, sowie die nun doch bevorstehende Vertragsverlängerung mit Sportfive (Lagardère), die ab 2020 für Effekte im achtstelligen Bereich sorgen soll. Sein Hinweis auf deutliche Sponsoren-Zuwächse auf annähernd 100 Mio bereits im laufenden Geschäftsjahr könnte auf eine bevorstehende Vertragsverlängerung mit Puma hindeuten.







Bei der anschließenden Fragerunde wurden Watzke und Treß gefragt, wie die faire Bewertung berechnet werden würde und ob sich daran nicht etwas ändern könne, wenn man z.B. die erneute Champions League Qualifikation verpassen würde?

Es wurde deutlich, daß Watzke und Treß im wesentlichen als Bewertungsmodell den Substanzwert nutzen, dabei aber auch den Wert der Marke berücksichtigen würden. Das Stadion wäre auf vorsichtig 200 Mio geschätzt worden und der Kader hätte einen Wert von 400 bis 500 Mio, zudem käme der  Wert der Marke noch hinzu. Treß wies zudem auf die aktuelle Studie von KPMG hin.

Zu den Personalkosten und wie diese sich bei Verpassen der Champions League entwickeln würden, wurde auf die Steuerungsmechanismen hingewiesen, soll heissen, es würden Spieler verkauft. Wegen der hohen Abschreibungen wäre es ohnehin unumgänglich, daß man den Kader verschlanken müsse.

Die Kapitalmarktkommunikation wurde hinterfragt, bedingt durch die Bilanzpressekonferenz im Sommer und der HV im November hätte man gerade zu Beginn der Saison eine sehr gute Informationspolitik, allerdings hat man danach einen sehr langen Zeitraum, wo diesbezüglich kaum etwas geschehen würde. Watzke antwortete, daß man es grundsätzlich nicht ändern wolle, da sonst bei den Fans und der Öffentlichkeit der Eindruck entstünde, es ginge nur ums Geld.

Bei der Nachfrage zu den Analysten brachte CFO Thomas Treß sein großes Unverständnis insbesondere zum designated Sponsor Oddo zum Ausdruck. Dieser hatte kurz vor der HV das Kursziel auf 6,50 gesenkt, Treß dazu: "Das hat zu nicht unwesentlichen persönlichen Explosionen meinerseits geführt."

Der e.V. beabsichtigt bis auf weiteres keine Käufe der BVB Aktie.



Personalkosten

Ein sehr wichtiger Aspekt für die Renditefähigkeit eines Fussballvereins ist die Personalaufwandsquote, auch Personalkostenquote genannt.

Wikipedia:
Personalaufwandsquote

So hat sich die Personalaufwandsquote in den letzten Jahren entwickelt, diese Quoten sind stets Ex-Transfers berechnet:

2010/11  44.4%
2011/12  42.3%
2012/13  41.9%
2013/14  42.1%
2014/15  44,7%
2015/16  49,9%
2016/17  54,2%

2017/18  60%

Borussia Dortmund hatte jahrelang durch eine im nationalen und internationalen Vergleich sehr niedrige Personalkostenquote einen großen Vorteil. Das wesentliche war dabei, daß ein sehr wesentlicher Teil (40%) der Personalkosten erfolgsabhängig ausgezahlt wurde, so daß etwaige Misserfolge mit den verbundenen Mindereinnahmen stets abgesichert waren durch entsprechend geringere Löhne.


Ursprünglich gab es auch unterschiedliche Sockelbeträge bei den Gehältern, falls man die CL verpasst hätte, wäre das Grundgehalt entsprechend niedriger gewesen, bei Verpassen der EL nochmals niedriger. So wurde es bei der Jahreshauptversammlung 2014 erklärt, von diesem Prinzip ist man aber abgewichen, wie sich bei der Fragerunde zur Jahreshauptversammlung 2015 herausstellte. Die Vertragsverlängerung mit Reus wurde nur möglich, in dem man ihm ein Champions League Gehalt garantierte, bei Aubameyang wird es ähnlich gewesen sein. 

Daher stieg die Quote in der EL Saison 2015/16 um über 5%. Konnte ich damals sehr gut nachvollziehen! Danach spielte man aber CL und die Quote stieg weiter. Bei den Misserfolgen in der Champions League in der letzten Saison finde ich es sehr erstaunlich, daß die Quote sogar auf 60% gestiegen ist. Damit scheint man vom Prinzip der erfolgsabhängigen Vergütung sehr deutlich abgewichen zu sein, anders kann ich mir das nicht erklären.

Man hatte in der Saison 2017/18 insgesamt knapp 223 Mio Transfereinnahmen, aber nur 28 Mio Nettogewinn daraus. Man wird Ex-Transfers nicht mehr profitabel gewirtschaftet haben können, die Transfers mussten also das Minus im operativen Geschäft ausgeglichen. 

Die Bewertung bei KPMG und Forbes

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bewertet Borussia Dortmund in der Studie vom Mai 2017 zwischen 917 Mio und 1,025 Mrd. Es werden fünf Kriterien hinzugezogen, Profitabilität, Popularität, sportliches Potenzial, Fernsehrechte und Stadion-Eigentumsrechte.

Originalquelle, 22 Seiten pdf, footballbenchmark.com

In der neuen Forbes Liste nimmt der BVB Rang 12 ein. Der Wert von Borussia Dortmund wird mit 808 Mio Dollar angegeben.

So hat sich der Forbes Wert von Borussia Dortmund entwickelt:

2013 456 Mio Dollar
2014 599 Mio Dollar
2015 700 Mio Dollar
2016 836 Mio Dollar
2017 808 Mio Dollar

Im Unterschied zu KPMG reflektiert die Forbes Liste aber lediglich den Stand der vergangenen Saison, als man also 2015/16 lediglich EL spielte. Grundlage dieser Berechnungen sind die Deloitte Listen, also Umsatz ohne Transfers und eine Nichtberücksichtigung der Schuldenstände.

Wert der Marke BVB

Nach der neuesten Studie von Brand Finance liegt der Markenwert von Borussia Dortmund z.Z. bei 519 Mio Dollar.

http://brandirectory.com/league_tables/table/football-50-2017
The world's most valuable football brands

Damit ist der Markenwert ggü der letzten Studie von 2016 um weitere 40% gestiegen.

Hier die Entwicklung des Markenwertes in den letzten 7 Jahren:

2011 78 Mio
2012 227 Mio
2013 260 Mio
2014 327 Mio
2015 326 Mio
2016 371 Mio
2017 519 Mio



02.06.2017

Die institutionellen Anleger (aktualisiert 17.8.2017)

Wie im Blogpost Die BVB Aktie in der Sommerpause beschrieben, ist es ein immer wiederkehrendes Phänomen, daß die BVB Aktie in der Sommerpause, bzw. zwischen Sommerpause und Jahreshauptversammlung klar besser performt als in den übrigen Zeiträumen. Warum das überhaupt so ist, habe ich über etliche Gespräche mit der IR Abteilung und mit dem Analysten Marcus Silbe von Oddo Seydler versucht herauszufinden. Demnach wird versucht über Roadshows explizit zu Beginn der Sommerpause für die BVB Aktie zu werben, zudem hat der Analyst mir ggü bestätigt, daß er zu einigen institutionellen Anlegern einen direkten Kontakt hält. Die Analysen richten sich vornehmlich an die institutionellen Anleger, in seinen Analysen selbst hatte er auch öfter direkt auf den Effekt der Sommerpause hingewiesen.

Um nachvollziehen zu können was letztlich genau stattfindet, beobachte ich regelmäßig die Seite investors.morningstar.com . Hier wird über Käufe und Verkäufe der institutionellen Anleger berichtet, teilweise mit sehr großer Zeitverzögerung, so werden einige Käufe vom März erst jetzt berichtet.

Generell kann man sagen, daß insbesondere am Ende der Saison, während der Sommerpause und auch noch zu Beginn der neuen Saison bis in den Oktober hinein mehrheitlich gekauft wird, während die Verkäufe dann nach der Jahreshauptversammlung erfolgen. Dadurch wird der Trend der besseren Performance bis zur Jahreshauptversammlung, bzw. der klar schlechteren Performance nach der Jahreshauptversammlung, klar verstärkt.

Die meisten Käufe und Verkäufe werden mit großer Zeitverzögerung von teilweise über zwei Monaten gemeldet. Einige andere hingegen melden mit ein paar Tagen Verzögerung, BlackRock Fund Advisors zum Beispiel.

Hier die größten Käufe und Verkäufe ab April 2017, aufgeführt sind nur die fünfstelligen Käufe:

Teachers Advisors Inc 96,365 Stück
Wasatch Advisors 90.000 Stück
Bank J. Safra Sarasin AG 84.968 Stück
AST Investment Services Inc 46.559 Stück
Segall Bryant & Hamill Intl Sm Cp I 34.345 Stück
Dimensional Fund Advisors LP 22.745 Stück
DFA International Small Cap Value I 19.543 Stück
BlackRock Fund Advisors 13.125 Stück


größere Verkäufe seit März:

MAV Vermögensverwaltung GmbH 44.280 Stück
SEI Investments Management Corp 21.217 Stück

Die größten Käufe gab es erst nach neuen Analysen, nach der Oddo Seydler Studie direkt vor der Bilanzpressekonferenz wurde mehrmals sechsstellig gekauft, bzw. nach der neuen Analyse von Bankhaus Lampe, in Folge wurde nach der Jahreshauptversammlung ebenso sechsstellig verkauft.

Interessant ist auch ein Insiderkauf von Aufsichtsratmitglied Bernd Geske, er hat am 26.5. 100.000 BVB Aktie zu durchschnittlich 6,26 gekauft. Es gibt immer wieder Käufe von Bernd Geske, allerdings nie in so einer Größenordnung direkt beim Höchstkurs.



24.11.2015

Jahreshauptversammlung der Aktionäre am 23.11.2015




Beim wirtschaftlichen Teil seiner Rede ab Min. 17:44 wies Watzke zunächst auf die substantielle Unterbewertung der BVB Aktie hin und zitierte dabei aus der Zeitschrift "Der Aktionär". Die Unterbewertung komme hauptsächlich durch die enormen stillen Reserven in Form eines werthaltigen Kaders zustande, der nicht bilanziert ist, sowie 324 Mio Eigenkapital und über 50 Mio Festgeld.

Watzke wies zudem auf die Erfolgsstory der letzten 5 Jahre hin, man hatte insgesamt 101,6 Mio Nettogewinn. Da man den weiteren sportlichen Erfolg besser gewährleisten könne, indem man den Kader weitgehend zusammenhält, hat er den Markt auf ein schwächeres wirtschaftliches Jahr vorbereitet, man will also nach Möglichkeit keine Leistungsträger verkaufen.

Der Sportfive Vertrag würde 2020 auslaufen und nicht verlängert, was einen unfassbaren Schub auslösen würde, weil man plötzlich nicht mehr 20 Mio jährlich an Provisionen zahlen müsse.

Dazu allgemeine Aussagen zu den Potentialen bei den TV Einnahmen, dem Sponsoring und durch die Übernahme des Catering, welches mehrere Millionen brächte.

Ausführlich benannte Watzke den gestiegenen Wert der Marke BVB, auch im Geschäftsbericht wird ausführlich darauf verwiesen, ich habe den diesbezüglichen Blogpost aktualisiert: Die Marke BVB

Ich fand die Rede im Gegensatz zu den Reden der vergangenen Jahre eher schwach. Letztlich hat sich der Aktienkurs in der abgelaufenen Saison sehr schlecht entwickelt, dabei hätte ich mehr Gegenwehr seitens der Geschäftsführung erwartet.

Daher gab es in der anschließenden Generaldebatte einige interessante Punkte zu besprechen.

1. Warum äußerte sich Watzke nicht zum gefallenen Aktienkurs und zitiert lediglich den "Aktionär". Welche Erklärungsansätze hat er denn für den deutlich gesunkenen Aktienkurs? Daß es mit der BVB Aktie bei gravierenden sportlichem Misserfolg abwärts gegangen wäre, könne ich nachvollziehen, auch wenn es letztlich teilweise irrational ist, nicht aber, daß es mit dem Aktienkurs deutlich runter ging, nachdem sich die sportliche Lage sehr deutlich gebessert hatte. Einzige Erklärung waren die Leerverkäufe von BlackRock, die mitten in der sportlichen Erholung gegen die winzig kleine BVB Aktie gewettet hätten. Wieso hatte sich das Unternehmen dagegen nicht gewehrt, indem man in diesem sehr besonderen Moment, mit den Kapitalmärkten kommunizierte?

Seine Antwort dazu:

Eher allgemein nannte er nochmals die krasse Unterbewertung, nur allein der Kader, das Stadion und die Infrastruktur wäre sehr konservativ berechnet mindestens 650 Mio wert, aber die Marke, die derzeit strahlender wäre denn je, wäre dabei noch mit keinem einzigen Euro berechnet. Der Aktienkurs würde mit einer Börsenkapitalisierung von 370 Mio nicht die Realität widerspiegeln.

Zum enttäuschenden Kursverlauf nannte Watzke vier wesentliche Gründe,
- die Gesellschaftsform, die eine Übernahme verhindert
- die Investoren, die nach sozialen und ethischen Standards ausgewählt sind und durch ihre Ausrichtung zu den Sponsoren gehören, also eben keine Hedgefonds oder ähnliches, was der Markt aber als defensiv interpretieren würde
- die Tatsache, daß es keine Fussballaktie gäbe, die erfolgreich wäre, was viele abschrecken würde
- daß Aktionäre den Erfolg bislang ausschließlich über den sportlichen Erfolg definieren würden

Zunächst hatte Watzke gegenüber dem Vorwurf der falschen Kommunikationsstrategie eine eher abwehrende Haltung ("man kann immer darüber streiten, ob man das eine oder andere besser machen kann, da bin ich bei Ihnen"), im weiteren Verlauf seiner Rede wurde er aber deutlicher:

"Zu dem was Herr XX aus Berlin noch gesagt hat: ich habe da aufmerksam zugehört, da war durchaus einiges Interessante dabei. Ich habe etwas dazu gesagt, wie ich das mit den Kursverläufen und der Unterbewertung sehe. Was man herausnehmen kann, ist sicherlich, wenn es solche Angriffe von Hedgefonds gibt, daß man die Kommunikationsstruktur in Richtung unserer vorhandenen Aktionären intensivieren muss, das nehme ich gerne mit, das halte ich für relativ schlüssig."

2. Wieso wies Watzke auf möglicherweise sinkende Ergebnisse hin, eventuell sogar roten Zahlen, ohne klar zu kommunizieren, unter welchen Bedingungen rote Zahlen zustande kommen würden?

Sehr konkret beantwortete Watzke das Upside Potential bei besseren sportlichen Ergebnissen als einkalkuliert. Im DFB Pokal hätte man bereits vorzeitig alle Ziele erreicht, weil man bedingt durch das Heimspiel gegen Paderborn höhere Einnahmen hatte, in der Euro League wäre das Achtelfinale Pflicht. Alles darüber hinaus bietet beim Ergebnis Upside Potential.

Daraus könnte man schon schließen, daß Watzke alles andere als eine Gewinnwarnung ausgegeben hat. Schließlich wies er auf den Steuerungsmechanismus hin, wenn man alles in der Saison verbocken würde [also das Verpassen der Champions League Qualifikation], dann  hätte man die Möglichkeit von Transfereinnahmen. Diese will er natürlich nicht ausdrücklich in der Öffentlichkeit benennen, weil es nicht zur strategischen Ausrichtung gehöre.

3. Eine Frage zur Sinnhaftigkeit der Schuldenfreiheit.

Rein betriebswirtschaftlich mache die Schuldenfreiheit keinen Sinn, es gehöre aber zur Kommunikationsstrategie und Markenbildung und würde dazu beitragen, die Vorbehalte gegen die BVB Aktie abzubauen, die durch die damaligen hohen Schulden und der Fastinsolvenz entstanden wären. Etwas ausführlicher habe ich diesen Punkt hier zusammengefasst: Borussia Dortmund ist schuldenfrei

4. ob weitere Kapitalerhöhungen geplant wären?

Weitere Kapitalmaßnahmen wären überhaupt nicht geplant, man brauche überhaupt kein Geld, es würde überhaupt keinen Sinn machen. Man könne auch ohne weiteres Geld wachsen und würde stärker wachsen als viele glauben.

5. unterschiedliche Sockelbeträge bei den Spielern

Diese würden mittlerweile nicht für alle Spieler gelten, die Vertragsverlängerung von Reus wäre nicht billig gewesen.


Es gibt auch einige Punkte, die nicht explizit beantwortet wurden, so zum Beispiel die Frage, was das Unternehmen vermutet, warum BlackRock überhaupt geshortet hätte, ob sie auf eigene Veranlassung gehandelt hätten oder beauftragt wurden.
Kritisiert wurde auch die mangelhafte Darstellung des möglicherweise geringeren Gewinns, denn daraus könne man schließen, daß wichtige Spielerverträge verlängert werden können, was angesichts der Nicht Teilnahme an der Champions League keineswegs selbstverständlich wäre. Immerhin war es ein wichtiges Argument der Pessimisten, daß der Kader bei Misserfolg nicht zusammengehalten werden könne.
Daß im Fall Reus durch den Wegfall der Ausstiegsklausel 25 Millionen an stillen Reserven hinzugekommen wären, ist natürlich auch für die BVB Aktie von Vorteil, wenn man den Blick auf die Substanzanalyse richtet. Insofern war die Rede von Watzke in Teilen viel zu defensiv.

Man hat ganz klar gespürt, daß Watzke in der Generaldebatte die Argumente angenommen hat, auch wenn er nicht auf jeden Punkt geantwortet hat.

In den abschließenden Gesprächen mit einigen Aktionären sind wir übereingekommen, das man sich nächstes Mal im Vorfeld zusammensetzen will, um einige Punkte in der Generaldebatte noch besser zu strukturieren, bzw. daß man in so krassen Fällen wie z.B. dem Engagement von BlackRock schon vorher mit dem Unternehmen in Kontakt treten will.